Carillon

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Das Carillon besteht aus 48 Glocken, die im Jahr 1969 von der Firma Eijsbouts in den Niederlanden gegossen wurden. Das Instrument befindet sich im Ostturm des Schlosses Johannisburg in 62 Meter Höhe. Es besitzt 4 chromatische Oktaven, ohne das tiefe Cis. Das Aschaffenburger Carillon gilt als „leicht“, die größte seiner Glocken, die Bourdonglocke, wiegt 271 kg, die kleinste 10 kg. Das Gesamtgewicht des Instrumentes beträgt 2,175 Tonnen. Der Spieltisch befindet sich in der Turmhaube des Ostturms, darüber hängen in der Laterne sichtbar die Glocken.

Der Carillonnneur an der Hebelklaviatur drückt mit geschlossenen Händen die Stocktasten und mit seinen Füßen die Pedale. Er kann mehrere Tasten mit einer Hand greifen. Da ein Carillon keinerlei Dämpfer hat, klingen die Glocken je nach Größe und Stärke des Anschlages, lang oder kurz nach. Diese Eigenschaft des Instrumentes ermöglicht viele ausschließlich auf Carillons erzeugbare Effekte. Darin besteht der eigentliche Reiz dieses Instrumentes, der ein unverwechselbares Klangbild entstehen lässt. 36 Glocken sind auch automatisch mittels einer Computersteuerung spielbar. Das automatische Spiel wird durch die Schlossuhr ausgelöst und ist täglich um 9.05 Uhr, 12.05 Uhr und 17.05 Uhr zu hören.

Wilhelm Ritter (geb. 1950), Stadtglockenspieler in Kassel und Aschaffenburg, spielt seit über 40 Jahren Glockenspiel. Er begann seine Studien für dieses Instrument, nach Musik-, Kunst- und Germanistikstudium, bei Dr. Karl – Friedrich Waack/Hannover, später an der Glockenspielschule  in Ammersfoort (Niederlande). Er beendete seine Ausbildung nach weiteren fünf Jahren Ausbildungszeit an der „Königlichen Glockenspielschule Jef Denijn“ in Mechelen (Belgien) mit dem Enddiplom im Jahre 2000. Neben seiner Tätigkeit in Kassel kümmert sich Ritter seit über drei Jahrzehnten auch um das Aschaffenburger Glockenspiel. Zusammen mit seiner Ehefrau Gabriela bietet er Führungen zum Carillon an. Außerdem organisiert er für die Stadt Aschaffenburg die Carillonkonzerte, die jährlich von Mai bis September jeweils am ersten Sonntag im Monat um 16 Uhr stattfinden. Als Lehrer, Komponist und Bearbeiter erweitert er ständig das Repertoire für Glockenspielmusik. Ritter ist auch als Glockensachverständiger bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen tätig und wirkt beratend bei Renovierungen und Neueinrichtungen von Glockenspielen mit – z. B. Berlin Parochialkirche. Außer in Kassel und Aschaffenburg ist er europaweit bei zahlreichen Glockenspielfestivals und Konzerten zu hören.

Carillonkonzerte außerhalb des Carillonfestes

Im Mai, Juni, Juli und September finden jeweils am ersten Sonntag des Monats (mit Ausnahme im Juni 2017) um 16 Uhr einstündige Konzerte statt, zu denen Carillonneure aus dem In- und Ausland eingeladen werden. Der Schlosshof ist bei diesen Konzerten geöffnet. Wenn Wilhelm Ritter spielt bietet er zusätzlich kostenlose Führungen zum Carillon ab 15 Uhr an.

7. Mai, 16 Uhr, Wilhelm Ritter
28. Mai, 16 Uhr, Marc van Bets, Belgien
2. Juli, 16 Uhr, Wilhelm Ritter
3. September, 16 Uhr Wilhelm Ritter